Visuelle Einblicke in die momentan laufende Ausstellung bekommen Sie im Bereich „Aktuell“ auf der Startseite.

Termine zur Ausstellung in Alzey zwischen Ausstellungseröffnung und Finissage (29.1. bis 15.4. 2018)

Montag 29.01.2018, 20,00 Uhr, Ausstellungseröffnung

Dienstag 20.02.2018, 13,00-13,20 Uhr,  „Museumsnachtisch“: Der Hangmümmler – das Flugblatt aus Augsburg, 1628

Montag 05.03.2018, 20 Uhr, Museumsabend „Hangmümmler – Making of und Fake News“

Sonntag 01.04.2018, 11,30 Uhr, Sonderführung des Kurators aus gegebenem Anlass

Sonntag 15.04.2018, 16,30 Uhr, Finissage mit Kuratorenführung

Zusätzliche Termine für Führungen können Sie entweder im Museum Alzey bei der Museumspädagogik oder mit dem Kurator der Ausstellung, Dr. Claus Maywald vereinbaren.

 

Zur Geschichte der Ausstellung

Die Kenntnis und das sich daran anschließende Interesse an dem Tier beginnt in Deutschland im Jahre 2004, als Herr Dr. Claus Maywald bei einer Arbeit über die Ausgabe „De peregrinatio in terram sanctam“ von Bernhard von Breydenbach, Mainz 1488, in der sich eine der ältesten Darstellung eines Hangmümmlers befindet, über dieses ihm bisher unbekannte Tier stolpert. Seine Frau, die Biologin Dr. Wiebelt-Maywald ist sogleich von der Aufgabe fasziniert, dem bisher auch ihr unbekannten Wesen neue Kraft einzuhauchen. Somit wird das darauf folgende Jahr zur Geburtsstunde ihres gemeinsamen Lebens mit dem Hangmümmler – eine Suche, die für beide übrigens auch heute noch nicht zum Abschluss gekommen ist, auch wenn die intensivsten Recherchen 2011 leider vorzeitig ihr Ende fanden. Mit einigem Glück können sie aber noch im selben Jahr eine längere Reise nach Eriwan unternehmen, welche durch Vermittlung der „Gesellschaft zur Wiederbelebung ausgestorbener und gefährdeter Tiere (GEWAGT) e.V.“ zustande gekommen war. Die Gesellschaft, welche sich zur Aufgabe stellt „…die Erinnerung an ausgestorbene Tiere dauerhaft am Leben zu erhalten“ (Präambel und § 1.1 der Satzung in der Fassung vom 23.08. 2011) [1], hilft nicht nur die Reisekosten zu tragen, sondern stellt auch die entscheidenden Kontakte her. Durch Vermittlung von Sir Julian Bryt von der englischen Botschaft gelingt dann auch die schwierige Weiterreise durch den Kaukasus bis nach Pjatigorsk.

In der ihnen Anfangs recht fremden Umgebung werden die Wissenschaftler von den dortigen Kollegen/innen freundlich aufgenommen und können mit ihrem Anliegen bis zu den relevanten Stellen vordringen. Damit war die Chance gegeben, ihr bislang gesammeltes Wissen und ihre Erfahrungen mit dem dort vorhandenem Kenntnisstand abzugleichen und auf den neuesten Stand zu bringen. Dem intensiven Austausch vor Ort verdanken beide neue und tiefgreifende Erkenntnisse über Leben und Sterben des Hangmümmlers, seinem Lebenszyklus, seine Eigenarten und Verhaltensweisen sowie seine Stellung im Ökosystem des Kaukasus – Informationen, die im Westen Europas in dieser Art nicht vorhanden sind.

Dankbar sind die beiden Wissenschaftler auch den Hinweisen, die sie einigen Autoren der neuesten Literatur verdanken. So kann ihnen Urs Graf, Autor des Buches „Deutsche Expeditionen zwischen 1780 und 1820. Von Schoppmann bis Humbold“, wertvolle Hinweise zum Verbleib von Objekten dieser Expedition geben, und Friederike Dörtemann, Autorin des Buches „Geheimnisse des Kaukasus. Seltene Tiere und Pflanzen“, zur Klärung einiger offener Fragen beitragen. Unterstützung finden beide Forscher zusätzlich durch das 2017 neugegründete „Hangmümmler Institut of Germany and Armenia“ (HIGA) mit Sitz in Bingen. Das kleine Institut verdankt seine Gründung einer Initiative der „Gesellschaft zur Wiederbelebung ausgestorbener und gefährdeter Tiere (GEWAGT) e.V“ mit Sitz in Mainz. Bingen wird aufgrund seiner Städtepartnerschaft mit der armenischen Stadt Hrasdan in der Provinz Kotajk als Sitz des Instituts ausgewählt. Das Institut ist in seinen ersten Monaten nach Gründung damit beauftragt, die Erkenntnisse der Reise von Alexandra und Claus Maywald in den Kaukasus aufzuarbeiten. Mit den neu nach Deutschland mitgebrachten Informationen ist die dortige Sektion b 2 wochenlang beschäftigt, aus den Akten und Unterlagen einen zusammenhängenden Bericht zu erstellen[2].

HIGA Institut in Bingen Claus Maywald Der kaukasische Hangmümmler

Das HIGA Institut befindet sich im sogenannten Rapunzelturm der Anlage

Nach ihrer Rückkehr aus Armenien wird beiden Doktoren der Wunsch angetragen, ihre Kenntnisse und Erfahrungen einem breiteren Publikum nahe zu bringen. Wiederum ist es die „Gesellschaft zur Wiederbelebung ausgestorbener und gefährdeter Tiere (GEWAGT) e.V.“ die ihnen alle nur denkbare Unterstützung sowie die Mittel und Möglichkeiten einer Ausstellung zur Verfügung stellt, damit die Objekte in Deutschland glücklich in Empfang genommen werden können. Dabei ist es der Gesellschaft ein Anliegen, den Hangmümmler insbesondere der Jugend ans Herz zu legen. Aus diesem Grund wird entschieden, die Ausstellung trotz der wertvollen Exponate gerade an solchen Orten zu zeigen, wo die Jugend das Tier intensiv und genauestens studieren kann – wie zum Beispiel im Historischen Museum von Alzey. Ausschlaggebend für die Wahl des Museums ist auch die Sammlungsbreite des Hauses. Hier finden sowohl naturkundliche wie auch kulturhistorische Objekte und Themen ihren Platz, was diesen Ort für die Präsentation des Hangmümmlers geradezu ideal erscheinen lässt. Aufgrund der politischen Entwicklungen im Kaukasus verschiebt sich das Projekt immer wieder, bis es endlich im Jahre 2018 verwirklicht werden kann.

Museum Alzey Letter of intent Hangmümmler-Ausstellung Claus Maywald Der kaukasische Hangmümmler

„Letter of intent“ des Alzeyer Museums vom 19.12. 2016

 

[1] Gesellschaft zur Wiederbelebung ausgestorbener und gefährdeter Tiere (GEWAGT) e.V.“ (Hrsg) (2011): Satzung der Gesellschaft, Mainz

[2] Steuer, Dieter (2012): Jahresbericht der „Gesellschaft zur Wiederbelebung ausgestorbener und gefährdeter Tiere (GEWAGT) e.V.“, Mainz, S.37

 

Claus Maywald Alexandra Wiebelt-Maywald Eriwan Platz der Republik Der kaukasische Hangmümmler

Frau Dr. rer.nat. Alexandra Wiebelt-Maywald in Eriwan Während ihrer Reise 2011 nach Armenien erholt sich Frau Dr. Maywald am Platz der Republik in Eriwan von der Forschungsarbeit im Historischen Museum Foto aus Privatbesitz

Ankunft der Exponate Frankfurter Flughafen Claus Maywald Der kaukasische Hangmümmler

Ankunft der Exponate in Deutschland Dr. Claus Maywald nimmt am Frankfurter Flughafen die Ausstellungsobjekte aus Eriwan in Empfang. Foto aus Privatbesitz

Zu den Objekten der Ausstellung

In der Ausstellung befinden sich über 70 größere und kleinere Objekte aus der Zeit vom 9. bis zum 21. Jahrhundert mit Bezug zum Hangmümmler, darunter drei wertvolle Handschriften, zwei seltene Autographen, Karten, Briefe und Dokumente aus dem Kaukasusgebiet, vorzüglich aus Armenien und Europa, dazu das weltweit einzig vollständig erhaltene Präparat des Tieres.

Information über die Ausstellung 

Weitere Information über die Ausstellung, über einzelne Objekte, Hintergründe oder die Übernahme derselben bekommen sie über Dr. Claus Maywald (clausmaywald@googlemail.com).