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Hangmümmler Capra caucasiana L. Claus Maywald Der kaukasische Hangmümmler

Der kaukasische Hangmümmler (capra caucasiana L.)

Der kaukasische Hangmümmler

Die (fast) perfekte Lügengeschichte – ein Fälscher packt aus.

Wie entstehen Fake News? Wer verbreitet falsche Nachrichten und warum glauben aufgeklärte Menschen an Lügengeschichten? „Lügengeschichten machen Spaß“, sagt Claus Maywald. Er muss es wissen, denn er ist gerade dabei, eine der größten frei erfundenen Geschichten in einer Ausstellung zu präsentieren – die vom sogenannten Hangmümmler.

Das Tier sieht possierlich aus mit seinem langen Gamsbart und den kurzen Beinchen vorne. Hinten hat der Hangmümmler längere Beine – ideal um damit die steilen Hänge im Kaukasus zu erklimmen. Dort haben ihn Forscher gesichtet, sein Verhalten studiert und ihre Erlebnisse in wissenschaftlichen Studien dokumentiert. Alles gefälscht! Den Hangmümmler hat es nie gegeben. Und doch finden sich zahlreiche „Beweise“ für seine Existenz: Zeichnungen, Schädel, Knochen, Einträge in „Brehms Tierleben“, Expeditionstagebücher, Flugblätter und Heiligen-Bilder mit dem Hangmümmler.

Sie werden ab dem 30.Januar in einer Ausstellung mit dem Titel „Fake News oder Wahrheit? Der Hangmümmler – ausgestorben und fast vergessen. Ein seltenes Tier aus dem Kaukasus“ im Museum Alzey ausgestellt. Viele der Exponate wurden von Claus Maywald gefälscht. Aber es ist eine Fälschung mit didaktischen Hintergrund. „Ich will aufzeigen, wie einfach es ist, eine Geschichte zu erfinden und sie mit ‚Beweisen‘ zu untermauern“, sagt er.

Für den promovierten Buchrestaurator gehört das Fälschen zum Handwerk. „Wenn ich für Kunden Seiten in einem alten Buch nachbaue, ist es der schönste Augenblick, wenn der Kunde die fehlende Seite im Buch nicht mehr findet, weil sie derart perfekt nachgebildet wurde“, erklärt er.

Der Hangmümmler existiert schon seit vielen Jahren als Idee im Leben von Claus Maywald. Gemeinsam mit seiner Frau, der promovierten Biologin Alexandra Wiebelt-Maywald, hat er dem Tier nun eine Existenz aufgebaut. Zunächst schuf ein Tierpräparator einen Hangmümmler in Lebensgröße. Es folgte eine komplette Biografie, die durch wissenschaftliche Fundstücken untermauert ist. Die Ausstellung stellt den kaukasischen Hangmümmler sowohl in seiner kultur- und wissenschaftshistorischen Wahrnehmung als auch in seiner biologischen Dimension dar. Alle Exponate versuchen den Besucher davon zu überzeugen, dass es den Hangmümmler tatsächlich gegeben hat. So wird er in die Lage versetzt, anhand einzelner Objekte und Beschreibungen selbst nachzuprüfen, was wahr oder frei erfunden ist.

Zur Ausstellung erscheint ein wissenschaftlicher Katalog (ca. 80-100 Seiten) sowie ein kleinerer Farbkatalog (24 Seiten). Weitere Informationen befinden sich auf der Webseite: www.hangmuemmler.de

Info: Die Ausstellung „Der Hangmümmler – ausgestorben und fast vergessen. Ein seltenes Tier aus dem Kaukasus“ ist vom 30. Januar bis 15. April 2018 im Museum der Stadt Alzey, Antoniterstraße 41,Telefon 06731/498896, zu sehen.

Bestiarium 12. Jahrhundert Claus Maywald Der kaukasische Hangmümmler

Bestiarium des 12. Jahrhunderts Nordthumbrien Die prächtige Darstellung eines Hangmümmlers aus dem hohen Mittelalter hat mit dem natürlichen Aussehen des Tieres nur noch wenig gemeinsam. Allerdings lässt der Text neben der Illumination keinen Zweifel übrig, dass es sich um das fragliche Tier handelt. Köln Diözesanmuseum, Cod.lat. 122/8

 

Robert Schoppmann Tagebuch Claus Maywald Der kaukasische Hangmümmler

Expeditions-Tagebuch von Robert Schoppmann Tagebucheintrag vom 23.8. 1792 Der deutsche Kaukasusforscher Robert Schoppmann aus Hamburg vermerkt seine erste Begegnung mit einem Hangmümmler. Bibliothek des Naturhistorischen Museums in Berlin NM 1795/32